Historie

Text von Steffen Ulmer und Andreas Schulz

Die Anfangsjahre

1912 – 1963
Im Jahre 1912 haben sich einige Männer zusammen getan, um über die Gründung eines Fußballclubs zu beraten. Und so wurde dann im Juni 1912 im Gasthaus „Zum Lamm“ der Fußballclub „Viktoria“ ins Leben gerufen. Als Gründer zeichneten sich folgende Männer verantwortlich: Otto Schmidt, Albert Ergenzinger, Gustav Widmaier, Paul Widmann, Emil Dittus und Gotthilf Kalb.

Eine kleine Schar von sportfreudigen Männern pflegte von nun an Faust- und Fußballspiel. Als Spielplatz dienten anfänglich die Wiesen im Gewand Mokken. Als Versammlungslokal wurde das Gasthaus „Zum Lamm” bestimmt. In den ersten Jahren war der FC Viktoria keinem Verband angeschlossen. In gegenseitiger freundschaftlicher Zusammenarbeit wurden in einer Gemischtrunde innerhalb des damaligen Würm-Schönbuch-Gaues die Spiele ausgetragen.

Der Spielbetrieb wurde dann durch die Einberufung zum Heeresdienst allzu schnell unterbrochen. Nach Kriegsende im Jahre 1919 fanden sich die Zurückkehrenden und die noch anwesenden Spieler wieder zusammen, um ihr Fußballspiel unter dem Namen Fußballverein Viktoria wieder von neuem zu betreiben. Der Spielbetrieb nahm durch das Ansteigen der Spieler und der Mitgliederzahl einen schönen und erfreulichen Aufschwung. Ein leidiges Problem war damals noch die Spielplatzfrage; denn immer wieder musste von den Aktiven das Spielgelände gewechselt werden. Es gab hier schon Gönner, die dann im Mönchlau wieder Grundstücke zur Verfügung stellten, damit der Spielbetrieb wieder aufrecht erhalten werden konnte. Hierbei ist besonders zu erwähnen, dass sich die Spieler am Vormittag zuerst mit Beil und Säge bewaffnen mussten, um im Wald die Torpfosten und Torstangen zu schlagen, um diese dann auf dem Spielfeld aufzustellen, damit am Nachmittag das Spiel stattfinden konnte. Als Verkehrsmittel bei Auswärtsspielen stand der Mannschaft damals EIN(!) Pferdefuhrwerk zur Verfügung, oder man legte die Strecke zu Fuß zurück. Im Jahre 1919 erkannten die Verantwortlichen des Fußballvereins Viktoria und des Turnvereins 1899, dass es dem Sport dienlicher wäre, wenn sich die beiden Vereine zusammenschließen würden; denn tatsächlich war es ja so, dass sich eine größere Anzahl der Mitglieder in beiden Vereinen sportlich und aktiv betätigte.

SVR-Stadion an der Jahnstrasse

SVR-Stadion an der Jahnstrasse

So wurde dann nach wiederholten Besprechungen und Beratungen am 29.11.1919 eine Versammlung beider Vereine in das Gasthaus zum Löwen einberufen, und hier wurde der Zusammenschluss der beiden Vereine von den anwesenden Mitgliedern beschlossen. Nach der Fusion trug der Verein den Namen Sportvereinigung Renningen, seine Führung wurde Wilhelm Erhardt übertragen. Für die Fußballabteilung bedeutete dies erneut eine Verstärkung, denn immer neue Kameraden stießen hinzu und sorgten für weiteren Aufschwung. Im Laufe der Zeit musste dann auch wieder der Sportplatz gewechselt werden. Abwechslungsweise wurde auf dem Stöckhof und auf den Mühlwiesen gespielt. Die Mannschaft führte hier die zu dieser Zeit sehr beliebten 6er-Pokal-Spiele durch und errang für die SpVgg manchen wertvollen Pokal. Leider musste man sich in dieser Zeit immer wieder über den Wechsel des Spielplatzes Gedanken machen. Und so wurde dann der Gedanke wach, dass man sich einen eigenen Platz anschaffen sollte. Dieses Vorhaben war allerdings mit grossen finanziellen Schwierigkeiten verknüpft. Aber trotz dieser Schwierigkeiten fanden die damals Verantwortlichen einen Weg, und es gelang Ihnen im Verein der freiwilligen Arbeitsleistung Ihrer Mitglieder, ein eigenes Gelände zu erwerben. Schon am 15.05.1921 konnte durch den idealistischen Einsatz der Mitglieder der Sportplatz und die Turnhalle eingeweiht werden.

SVR - Mannschaftsfoto ca. 1920

SVR – Mannschaftsfoto ca. 1920

Im Jahre 1923 schloss sich die Sportvereinigung dem süddeutschen Fußballverband an. Nun war ein geregelter Spielbetrieb garantiert, und unsere Mannschaft konnte regulär an den Verbandsspielen der C-Klasse teilnehmen. Bereits im ersten Jahr schaffte unsere Vertretung die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg zur B-Klasse. Auch hier wurde postwendend die Meisterschaft errungen, was den Aufstieg zur A-Klasse bedeutete. Vom Jahre 1928 an spielte die Mannschaft in der Kreisklasse I. In jedem Jahr befand sich die „Elf“ der SVR in der Spitzengruppe; es wurde zur Tradition, dass die Schwarz-Weißen immer an zweiter Stelle zu finden waren. Besondere Höhepunkte waren die in den darauf folgenden Jahren getätigten Spielabschlüsse mit den der obersten Spielklasse angehörenden Mannschaften, dem 1.FC Pforzheim, der Germania Brötzingen und dem VfB Stuttgart. Die Begegnungen endeten sehr knapp für die Erstligisten. Gegen Germania Brötzingen gelang sogar ein ehrenvolles 2:2.

Im Spieljahr 1935/36 gelang unserer Mannschaft mit nur drei Verlustpunkten die Meisterschaft. Bei den Aufstiegsspielen gegen Sontheim und Steinbach-Hall hatte sich die Mannschaft durchgesetzt und stieg somit zu Bezirksklasse auf, musste allerdings sofort wieder absteigen, um im Jahre 1938 wiederrum Meister und Aufsteiger zu werden. Durch einen 4:0-Sieg über Rot-Weiß Stuttgart wurde dieser Erfolg geschafft.

In der 2.Spielklasse konnte sich unsere Vertretung bis 1946 halten. Während des 2.Weltkrieges konnte unsere Mannschaft noch zwei Staffelmeisterschaften verbuchen, teilweise mit Gast- und Soldatenspielern. Der A-Jugend gelang im Spieljahr 1945/46 ebenfalls die Meisterschaft. Im Jahre 1947 gelang der Spvgg Renningen ein Erfolg, der in ganz Fußball-Württemberg bewundert wurde. Die Mannschaft wurde mit eigenen Kräften Staffelmeister, Meister von Groß-Stuttgart und Aufstiegsmeister. Als Übungsleiter fungierte seit 1934 Spieler Gustav Widmaier.

Durch Verletzungspech und zahlreiche Ausfälle konnte sich Mannschaft allerdings nur ein Jahr in der Landesliga, der damals zweithöchsten Spielklasse, behaupten. Die 22 erreichten Pluspunkte reichten nicht, um den Verbleib zu schaffen. Durch ihre hervorragende Leistung gegen namhafte Kreisvereine schaffte die zweite Garnitur unserer SVR im Spieljahr 1948/49 die Kreispokalmeisterschaft.

Nach dem Abstieg aus der Landesliga konnte die Mannschaft im Jahre 1951 den Aufstieg in die 2.Amatuerliga buchen. Bei den Bezirkspokalspielen 1952 ging unsere Vertretung als Pokalsieger hervor. Seit dem Abstieg aus der 2.Amateurliga im Jahre 1954 gehörte unserer Mannschaft der A-Klasse des Bezirks Enz-Murr an. Es gelang unserer Vertretung immer wieder, vordere Plätze zu erspielen, andererseits spielte man auch des Öfteren gegen den Abstieg. Die Reservemannschaft kann auf größere Erfolge zurückblicken. Sie errang immer wieder die Meisterschaft bei den Reserven.

Mit dem Wunsche die SVR-Fußballer sollten wieder „höhere Ziele“ anstreben, schloss der Chronist die Chronik in der anlässlich des 50-jährigen Jubiläums erschienenen Festschrift. Dass dieser Wunschtraum vieler SVR-Anhänger bald in die Tat umgesetzt würde, glaubte wohl damals keiner so Recht.

Meistermannschaft 1947

Meistermannschaft 1947

Die Jahre an der Jahnstrasse

1963 – 1992
Die Spielsaison 1963/64 brachte den unerwarteten Erfolg und zwar im doppelten Sinne. Denn nicht nur die 1.Mannschaft schlug sich mit Bravour, auch die Reserve machte der SVR alle Ehre und wurde Meister in der Reserverunde. Den Verantwortlichen der SVR – Heinz Keck, einer der großen des Renninger Fußballs als 1.Vorsitzender, sowie Michael Schindler als sein Vize, dessen Herz ja ebenfalls für den Fußball höher schlägt und der Spielausschuss mit Heinz Rexer als Abteilungsleiter, Gerhard Schöck als Spielleiter und die dem Spielausschuss angehörenden Sportkameraden: Wilhelm Bauer, Werner Kohler, Otto Keck und der leider allzu früh aus unserer Mitte gerissene Heinz Ullrich – war es gelungen einen der Kronenbitter-Brüder, nämlich Kurt Kronenbitter an die Jahnstrasse als Trainer zu holen. Älteren Fußball-Insidern sind die fünf aus den Sportfreunden Stuttgart hervorgegangenen Brüder der bekannten Sportlerfamilie sicherlich noch in guter Erinnerung. Mit dem drittältesten Kurt, der zuletzt seine Kickstiefel auf Degerlochs Höhen bei den Blauen geschnürt hatte, ging es mit dem Renninger Fußball aufwärts. Das gute Teamwork zwischen Trainer und Mannschaft, sowie den Verantwortlichen, sicherte letztendlich das hervorragende Endergebnis der Saison 63/64.

Aus der Begrüßungsansprache des Abteilungsleiters anlässlich der Meisterfeier zitieren wir wörtlich:
„Unserer 1.Mannschaft gelang mit Erringung der A-Klassenmeisterschaft des Bezirks Enz/Murr der Aufstieg in die 2.Amatuerliga. Ein Langersehnter Wunsch ist dadurch in Erfüllung gegangen und die traditionsreiche SVR konnte nach 17 Jahren, als die über die Grenzen Württembergs hinaus bekannte „Landesligaelf“, im Jahre 1947 die Bezirksmeisterschaft und den Aufstiegsmeister zur Landesliga schaffte, wieder einen würdigen Meister küren. Durch den gleichzeitig erzielten Titelgewinn unseres Reserveteams wurde die Saison 1963/64 zu einem besonderen Markstein in der Geschichte der SVR.
Soweit man der Chronik, der im Jahre 1912 gegründeten Abteilung Fußball entnehmen kann, ist die in diesem Jahr gewonnene Meisterschaft der ersten Mannschaft der siebente Titelgewinn der auf das Konto der SVR gebucht werden konnte. Hinzu kommen insgesamt 3 Reservemeisterschaften. Beachtlich wenn man bedenkt, dass die Reservemeisterschaften erst seit kurzer Zeit ausgespielt werden.
Es würde zu weit führen, würde ich die Spielsaison 63/64 im Detail kommentieren, eines aber darf ich feststellen: Es war ein weiter Weg, ehe unsere Kapitäne Rolf Röckle und Reinhold Trautter am 10. Mai 1964 aus den Händen des Staffelleiters der A-Klasse die Meisterwimpel des WFV entgegen nehmen durften“.

Genau 13 Jahre lagen übrigens zwischen dieser Meisterschaft und dem zuletzt in den Analen der SVR verzeichneten Titelgewinn. Damals war die Mannschaft auch in die 2.Amateurliga aufgestiegen, in der sie sich allerdings nur bis zum Jahre 1954 halten konnte. Die Beständigkeit des 64er Erfolgs währte genau 10 Jahre, danach ging es bekanntlich wieder nach oben. Dem Meisterteam gehörten damals an (in Klammern die Zahl der Nominierungen):
Rolf Röckle (Kapitän -28), Günter Widmayer (27), Horst Röckle (26), Wolfgang Schöck (26), Peter Weiss (26), Armin Schöck (25), Horst Löffler (25), Rolf Lehle (24), Gerhard Meidlinger (22), Werner Drewnoik (22), Günter Bozenhardt (14), Horst Hablitzel (9), Wolfgang Schäfer (9), Helmut Widmayer (9), Horst Hotzy (5), Rainer Ascherl (1).
Nur eine Woche nach der Meisterfeier kamen unsere Freunde aus dem oberösterreichischen Vöcklamarkt zu Besuch. Es waren wieder tolle Tage der sportkameradschaftlichen Verbundenheit. Schade eigentlich, dass im Jet-Zeitalter solche über die Grenzen unseres Heimatlandes hinaus langjährigen Kontakte nicht mehr gepflegt werden. Vielen dürften in diesem Zusammenhang die Turniertage über das Pfingstfest 1960 bei unseren österreichischen Freunden noch in guter Erinnerung sein. Auch eine in den 60er Jahren zustande gekommene Einrichtung: „Das Turnier der großen Vier“, wollen wir nicht unerwähnt lassen.

Meister der A-Klasse 1964

Meister der A-Klasse 1964

In einem Bericht des Abteilungsleiters, den dieser vor der außerordentlichen Spielerversammlung im Juni 1966 gab, wurde auch das Problem des Trainers angesprochen. Demzufolge musste damals unser sehr verdienstvoller Abwehrspieler Horst Hablitzel dem Wunsch der Mannschaften entsprechen und das Training übernehmen. Der etatmäßige Trainer Harry Pfütze passte überhaupt nicht ins „Bild“. Auch das gab es damals schon. Die Stelle wurde dann neu ausgeschrieben und es meldeten sich nicht weniger als 9 Bewerber. Die SVR war in Trainerkreisen gefragt. Man sah nach Renningen.
In der Spielsaison 1966/67 wurde übrigens das erste Mal eine 2.Mannschaft in den Punktspielbetrieb geschickt. Es war die in Zusammenarbeit mit der Energit GMBH ins Leben gerufene Mannschaft die in der C-Klasse Leonberg ihre Rundenspiele absolvierte.

Der begonnene Aufwärtstrend manifestierte sich in den 70er Jahren und es gab mehr und mehr den Willen, das Glück in höheren Regionen zu suchen, sprich in die 1.Amateurliga Nordwürttembergs aufzusteigen. Seitens der weitsichtig planenden Verantwortlichen in Vereinsleitung und Spielausschuss erwies es sich als Glückstreffer, Renningens großen Fußballsohn Hans Kraus 1970 als Spielertrainer zu verpflichten, der dazu noch seinen alten sportlichen Weggenossen Hannes Kocher von der TSG Backnang mitbrachte.
Aber ein Trainer allein kann auch nicht den Erfolg garantieren. In jenen Jahren bildete sich ein Spielerstamm, dessen Qualität seinesgleichen suchte. Zum einen langjährige Stammspieler wie z.B. Rainer Ascherl, Peter Weiss, Armin Schöck, Karl-Heinz Fixar, Hermann Hrebluk in ihre sportlich besten Jahre, zum anderen reiften Talente wie die Gebrüder Fricker, Werner Kröner, Jürgen Bofinger oder Jürgen Kuhn zu wertvollen Stützen heran. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass von 1972 an Dieter Brunner als Torwart die nach dem Rücktritt von Horst Löffler entstandene Lücke schließen konnte.
Eine Motivation von außen war sicher auch der Aufstieg des TSV Eltingen in die 1.Amateurliga 1972. Warum sollte den SVR-Kickern nicht möglich sein was der Lokalrivale vorgemacht hatte? Freundschaftsspiele gegen höherklassige Mannschaften (z.B. gegen Freiburger FC, VFR Heilbronn, 1860 München) stärkten die Ansicht, endlich dran zu sein.
Mit einem gezielt verstärkten Kader (Erwin Müller, Dietmar Balogh, Roland Päsch) und einem neuen Trainer (Hans „Ebo“ Eberle) gelang im Spieljahr 1973/1974 der große Wurf. Mit großem Vorsprung wurde man vor Union Böckingen Meister der 2.Amateurliga. Die Presse schrieb seinerzeit nicht ganz zu Unrecht von einem programmierten Meister.

Die Meistermannschaft der 2.Amateurliga 1974

Die Meistermannschaft der 2.Amateurliga 1974

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten in der neuen Klasse, in der Mannschaften wie der SSV Ulm, 07 Ludwigsburg, SV Göppingen, VFR Aalen, VFB Stuttgart II spielten, entpuppte sich unsere Mannschaft bald als Bereicherung. Ihr gelangen unerwartete Punktgewinne, so dass der Klassenverbleib in der überaus spielstarken 1.Amateurliga gesichert werden konnte.
Vom Spieljahr 1975/76 an übernahm der Peter Ohligschläger, ehemals Co-Trainer des VFB Stuttgart, die Trainingsleitung an der Jahnstrasse. Auch das Gesicht der Mannschaft begann sich zu ändern. Ewald Schmid, Eberhard Schleeh und Hans-Martin Leili fanden sich an der Jahnstrasse ein. Iwan Kocijan, erst in der Rückrunde der letzten Saison Stammspieler geworden, stieg zum Torjäger der 1.Amateurliga auf. Nicht umsonst stellte die SVR den torhungrigsten Angriff der Liga. Dieter Brunner und Ewald Schmid waren Stammspieler der WFV-Auswahl. Von den ausgetragenen Freundschaftsspielen verdient die Begegnung gegen die Nationalmannschaft von Barbados Erwähnung.
Im Spieljahr 1976/77 verließ zwar Iwan Kocijan die Jahnstrasse, durch das Hinzukommen von Ewald Karle, Rudi Schneider und Rudi Hangstörfer war das Team jedoch insgesamt stärker geworden. Der 5.Tabellenplatz am Saisonende war dafür ein Zeugnis.
Im darauf folgenden Spieljahr 1977/78 wurde der von Spielertrainer Hans Krauss betreute B-Kader Meister der Kreisliga A und stieg in die Bezirksliga auf.
In der 1.Amateurliga wurde um die Qualifikation zur Oberliga Baden Württemberg gekämpft, die vom WFV zur Spielzeit 1978/79 eingeführt wurde. Auch im Renninger Lager wollte man versuchen sich daran zu beteiligen. Doch die Saison geriet zu einem Flop. Der anstelle von Peter Ohligschläger verpflichtete neue Trainer Toni Burghardt war im Oktober 1977 mit seinem Latein am Ende und musste von einem alten Bekannten in Renningen abgelöst werden, nämlich Hans Eberle. Es gelang gerade noch den Abstieg zu vermeiden und sich somit für die Neugeschaffene Verbandsliga zu qualifizieren. In dieser Liga, die sich über das gesamte Gebiert des WFV erstreckte, schlug die SVR meist eine wackere Klinge. Wiederholt wurde zum Sprung in die Oberliga angesetzt, leider blieb es bei zwei 3.Plätzen. Dennoch, guten Fußball gab es in dieser Zeit an der Jahnstrasse oft zu sehen. So konnten insbesondere die Meisterschaftsanwärter beinahe immer damit rechnen, die Punkte in Renningen lassen zu müssen.

Durch die Zweitklassigkeit im Amateurbereich blieben zwangsläufig auch die Berufungen in Auswahlmannschaften aus. Nur Martin Hägele schaffte in seiner Zeit in Renningen den Sprung in die Studentennationalmannschaft.
Nachdem Hans Eberle das Training im Jahre 1980 abgegeben hatte, folgte ihm als Nachfolger Herbert Dienelt. Sein erfolgreiches Wirken dauerte drei Jahre bis zum Ende der Saison 1982/83. Ihn löste dann Klaus Kubasik ab, der die Mannschaft auch nach dem Abstieg aus der Verbandsliga 1984 betreute. Fast wäre nach dem Abstieg aus der Verbandsliga auch noch der Durchmarsch in die Bezirksliga erfolgt, aber dank der noch vorhandenen Substanz konnte das gerade noch vermieden werden.
1985/86 war es nach zahlreichen Abgängen von langjährigen Stützen, wie Dieter Brunner, Rudi Hangstörfer und Hans-Martin Leili aber notwendig einen Neuaufbau zu beginnen. Ohne Zweifel wurde die Basis dafür mit der Verpflichtung von Wolfgang Krenn als Trainer geschaffen. Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass es ihm gelang im Spieljahr 1985/86 aus einem verlorenen Haufen, den viele „Experten“ als Absteiger bezeichneten, eine Mannschaft zu formen, die trotz manchem Rückschlag Vizemeister werden konnte. Wenn auch nicht für die Öffentlichkeit gedacht, war der Wiederaufstieg in die Verbandsliga das erklärte Ziel für das Spieljahr 1986/87. Das Ziel wurde trotz starker Konkurrenz souverän erreicht. Dem von der SVR gezeigten Offensivfußball mussten sich die Mitkonkurrenten beugen und sich mit den Plätzen begnügen. Mit 53-15 Punkten distanzierte man Viktoria Backnang und den TSV Eltingen deutlich.
Mit einem umfangreichen Programm und dem Wiederaufstieg in die Verbandsliga Württemberg in der Tasche feierte die SVR den 75. Geburtstag der Fußballabteilung vom 2.-5. Juli 1987. Der Aufstiegsmannschaft gehörten an: Stefan Frech, Jörg Geißelhardt, Jürgen Kantenwein, Michael Kemler, Jans-Joachim Kopp, Kai-Uwe Kussmaul, Gerd Langer, Herbert Lutz, Erich Müller, Holger Nita, Robby Otterbach, Charly Rothacker, Uwe Schürg, Harald Stier, Jürgen Widmayer und Holger Zander, sowie natürlich die Trainer Wolfgang Krenn und Dieter Brunner.

Meister Landesliga Staffel 1 1987

Meister Landesliga Staffel 1 1987

Nach Meisterfete und Jubiläumsfeier musste man nun den Blick aber auf die Saison 1987/88 richten. Es gelang die beiden Renninger Talente Markus und Rainer Widmayer von den Amateuren des VFB Stuttgart zu verpflichten, außerdem konnte man Thomas Ziwey holen. Allen Unkenrufen zum Trotz schlug man sich als Neuling hervorragend und schloss die Saison mit Platz 5 ab.
Zur Saison 1988/89 trennte man sich von den Leistungsträgern Herbert Lutz, Michael Kemler und Robby Otterbach. Als Neuzugänge kamen Ralf Härlin, Sascha Hertenstein und Markus Rohr. Mit Bedri Morina und Christos Tzalios haben ein Jugoslawe und ein Grieche Kurzgastspiele in Renningen gegeben und während der Saison schaffte Uwe Hanselmann den Sprung vom B- in den A-Kader. In der Winterpause kamen dann noch die beiden Sindelfinger Uwe Deininger und Kurt Kremm (welcher später sogar zwei Bundesligaspiele für Bayern München machen sollte). Die Saison beendete man im Mittelfeld auf Rang 11. Knapp verpasst hat man in dieser Saison den Einzug in den DFB-Pokal. Im Halbfinale unterlag man dem FC Wangen.

Auch in der ersten Hälfte der 90er Jahre schrieben die SVR-Fußballer meist nur positive Schlagzeilen. So endete die Saison 89/90 auf dem 3.Tabelleplatz. Nachdem Erfolgstrainer Wolfgang Krenn sein (erstes) Engagement in Renningen beendet hatte, verpflichtete man Ex-Kickers Profi Detlef Olaidotter als Trainer. Damit bewies man eine glückliche Hand.
Der Newcomer im Trainergeschäft sorgte gleich in seinem ersten Jahr für Furore und hätte beinahe das Unmögliche geschafft. Am Ende der Runde stand mit Rang 4 erneut ein Platz in der Spitze der Liga zu Buche, doch das Highlight dieser Saison 90/91 fand am 21.10.1991 statt. 3.837 zahlende Zuschauer wollten das Spitzenspiel der Verbandsliga Württemberg zwischen der SVR und den TSF Ditzingen sehen. Jeder der damals dabei war bekommt mit Sicherheit heute noch leuchtende Augen, es war ein Tag an dem in und um Renningen der Ausnahmezustand herrschte, der Verkehr in und um Renningen brach an diesem Tag völlig zusammen. Jeder der damals dabei war wird sich sicher lebenslang an diesen Ausnahmetag erinnern.. Durch ein Tor von Thomas Siegmund gewann die SVR mit 1:0. Bei den Gästen aus Ditzingen spielte damals übrigens ein gewisser Fredy Bobic.
1991 wurde zur 1000-Jahr Feier der Stadt Renningen auch das Rankbachstadion eingeweiht. Das in den Talauen der Stadt gelegene Stadion wurde mit einem Freundschaftsspiel gegen den VFB Stuttgart eröffnet.
Tschüß Jahnstrasse hieß es dann am 28.Mai 1992, als das letzte Heimspiel der Saison 91/92 auf dem Programm stand. Letzter Gegner bei der Abschiedsvorstellung des stimmungsvollen Stadions, das mitten im Ort lag, war an diesem Tag der SGV Freiberg. Thorsten Trunkl gelang der letzte Treffer in einem Pflichtspiel und das in den 70ern und 80ern für seine hitzige Atmosphäre berühmt-berüchtigte Stadion wurde mit einem 1:0 Sieg verabschiedet. Ein letztes Mal konnte man unter den Kastanien einen Sieg der SVR feiern und nach Rang 3 und 4 in den Vorjahren, schloss man diese Saison mit Rang 5 ab.

Neues Zuhause

1992 – 1999
In Renningen atmete man nach der Saison 92/93 kräftig durch. Besonders die große Fan-Gemeinde stellte nach dem letzten Punktspiel gegen den Tabellenzweiten VFR Aalen erleichtert fest: Ausgerechnet gegen den Club von der Ostalb und heutigen Drittligisten machten die SVRler den Sack zu. 3:2 hieß es am Ende und der Abstieg im Jahr 1 nach dem Umzug aus dem Stadion an der Jahnstraße konnte vermieden werden.

Neue Heimat der SVR - Sportpark Stegwiesen

Neue Heimat der SVR – Sportpark Stegwiesen

Angesichts der vor der Tür stehenden Ereignisse, die Einweihung des neuen Club-Domizils zum einen, das sich ideal in das Gesamtbild einfügende SVR-Sportpark-Restaurant, und zum anderen das tolle, von der Jahnstrasse in den Sportpark Stegwiesen „verlagerte“ Fußball-Refugium, das neue SVR-Stadion, war es für die Verantwortlichen und den Renninger Fußball im gesamten eine gute Sache, dass die SVR auch in der Saison 93/94 in der Verbandsliga vertreten ist.

Darüber freute sich insbesondere auch das Präsidium des Clubs. Neben dem Präsidenten Rolf Rexer, auch dessen Vize, Wolfgang Frank, der auch in Personalunion die Abteilungsleitung übernommen hatte. Desweiteren der stellvertretende Spielleiter Hans Widmann, sowie die weiteren Mitglieder des Abteilungsauschusses: Thomas Schwarz, Kassier und gleichzeitig Trainer des B-Kaders, Hartmut Frieß als Jugendleiter und Volker Leibold als AH-Leiter, sowie die beiden Spielausschussmitglieder Frank Ziegler, der auch als Trainer der B-Jugend fungierte, sowie Viktor Strehle als Manager des Sportmarketing. Pressewart und Stadionsprecher Heinz Rexer wollte im neuen Stadion ebenfalls „aktiv“ dabei sein und gab seine Zusage sich weiterhin für den Fußballsport zu engagieren.

„Eine ganz besondere Premiere“ schrieb der in Augsburg erscheinende „Sportkurier“ in seiner Montagsausgabe vom 16.August 1993, als die Verbandsliga-Mannschaft der SVR vor über 1000 Zuschauern erstmals ein Punktmatch im nagelneuen SVR-Stadion absolvierte. Es war das erste Spiel der Saison 93/94 und ausgerechnet im Lokalderby schlugen die Schwarz-Weißen im Lokalderby den TSV Eltingen durch 2 Tore von Michael Blaschka mit 2:0. Beste Spieler im ewig jungen Kräftevergleich der beiden Traditionsteams jenseits und diesseits des Längenbühls waren Holger Gresens und eben Doppel-Torschütze Michael Blaschka. Auf Rang 7 beendet man diese Premierensaison in der neuen Heimstätte.

Blacky-Power – aber keiner sieht schwarz! So schrieb die Leonberger Kreiszeitung ihre Gratulation zur Meisterschaft des B-Kaders in der Kreisliga B. Nach dem letzten Spiel im SVR-Stadion gegen den schärfsten Verfolger TSG Leonberg II (4:3 für die SVR), überreichte Staffelleiter Detlef Rosenau den begehrten Meisterwimpel des WFV an Kapitän Andreas Schulz. Der A-Kader unter Trainer Frank Elser hatte in der für den B-Kader so erfolgreichen Saison 94/95 den 8.Rang belegt.
In den sauren Apfel des Abstiegs musste die SVR 1995/96 beißen. Nach 10 Jahren in der Verbandsliga musste die SVR den bitteren Weg in die Landesliga antreten. Nach der Vorrunde mit Trainer Edy Almert noch auf Rang 2 gelegen, rutschte das Team nach berufsbedingtem Trainerwechsel und viel Verletzungspech noch in den Abstiegsstrudel und was viele nicht wahrhaben wollten, letztendlich sogar aus der Verbandsliga.

Erfreulichweise stand Wolfgang Krenn zu seinem gegebenen Wort und übernahm ein zweites Mal die Trainingsleitung, wenn auch nur in Landesliga. Nach Startschwierigkeiten im Spieljahr 96/97 hat sich die Mannschaft stabilisiert und Trainer Wolfgang Krenn aus den zur Verfügung stehenden Spielern eine schlagkräftige Truppe geformt, die insbesondere im spielerischen Bereich Akzente setzte. Im WFV-Pokal schlug die SVR eine gute Klinge und nach Siegen über Viktoria Backnang, den TSV Schwaikheim, beim TuS Metzingen, den SV Bonlanden und den SV Deckenpfronn stand man nach 1988/89 zum zweiten Mal im Halbfinale. Gegner war dort der von Ralf Rangnick trainierte Regionalligist SSV Ulm. Und dieser war sauer auf seine „Spatzen“, weil sie vom Landesligisten beinahe gerupft worden wären, erst Roland Regenbogen entschied die Partie in der 94. Minute zugunsten der Gäste. In diesem Pokalmatch spielten für die SVR: Michael Kuhnle, Marc Herbstreit, Klaus Widmayer, Oliver Ebert, Joachim Hieber, Fritz Djuza, André Bauser, Dirk Metzulat, Erkan Kilic, Holger Gresens, Volker Dieterle, Holger Wohland und Peter Kimmerle.
Nicht gereicht hat es hingegen zum Wiederaufstieg. Rang 6 stand am Ende der Saison in der Liga zu Buche.
Was dem A-Kader 95/96 nicht gelang, schaffte die zweite Garnitur der SVR. Man blieb als Aufsteiger 1995/96 in der Kreisliga A – nur leider half das alles nichts. Für die Saison 96/97 wurde keine zweite Mannschaft gemeldet. Im Frühjahr 1997 gab es zudem einen Wechsel an der Spitze der Abteilung. Klaus Reinhardt übernahm von Wolfgang Frank.

„Passend zur 100-Jahr Feier gab es die Meisterschaft“, so schrieb am 24. Mai 1998 der Böblinger Bote. Mit dieser Schlagzeile traf man den Nagel auf den Kopf. In der Abschlusstabelle 1997/98 hatte die SVR in der Landeliga Staffel 1 die Nase vorn und wurde mit 11 Punkten Vorsprung Meister. 62:25 Tore und mit 67 Punkten auf der Habenseite ließ man den Verfolgern Sonnenhof Großaspach und dem SC Korb keine Chance. Präsident Rolf Rexer widmete im Renninger Mitteilungsblatt diesem Erfolg folgende Zeilen:
„Die SVR ist wieder in der Verbandsliga! Nach dem „Betriebsunfall“ vor zwei Jahren, wie der Bezirksvorsitzende und Staffelleiter Kurt Merz bei der Wimpelübergabe bemerkte, ist es unseren Fußballern gelungen, wieder in die Verbandsliga Württemberg – der höchsten Spielklasse im Bereich des WFV – aufzusteigen. Wir freuen uns riesig!“
Im Hohenloher Land machte die SVR gegen den SV Westheim den Sack zu. Mit 2:0 hochverdient, standen folgende Spieler in dieser Partie auf dem Platz: Ralf Bönisch, Marc Herbstreit, Marijo Pospis, Klaus Pfertner, Andreas Lechner, Thomas Siegmund, Michael Seible, Oliver Ebert, Holger Gresens, Peter Kimmerle, Chris Hofberger, Timo Giss, Volker Dieterle, Fritz Djuza.
Im Heimspiel gegen Viktoria Backnang war dann einiges los im SVR-Stadion. Die kleinsten Kicker der SVR, die F-Jugend, stand beim Einmarsch Spalier, Abteilungsleiter Klaus Reinhardt gratulierte dem Team und begrüßte die Fans und Gäste zum letzten Heimspiel. Aus den Händen von Staffelleiter Kurt Merz schließlich gab es den Wimpel, den Kapitän Holger Gresens entgegennahm.

Nach diesen Feierlichkeiten rund um Aufstieg und 100-Jahr Feier sollte die Saison 98/99 eine erfolgreiche werden. Nachdem souveränen Aufstieg konnte es für die SVR nur das Ziel Klassenerhalt geben. Beim traditionellen Rudi-Essig-Turnier in Flacht zeigte man sich auch in guter Frühform und konnte zum 5. Mal die Trophäe für den Sieger mit nach Hause nehmen und auch im WFV-Pokal schlug man den TSV Münchingen und den SGV Freiberg. Umso enttäuschender verlief die Saison in der Verbandsliga. Besonders auf fremdem Terrain zeigte man sich oft harmlos und am Ende stand mit nur 8 Siegen aus 30 Spielen der erneute Abstieg zu Buche. Rang 14 und 8 Punkte Rückstand bedeute abermals den Gang in die Landesliga.
Zum Ende des Jahrtausends spielte man also in einer Liga, in der man nach eigenem Selbstverständnis nicht hingehört, doch das neue Jahrtausend sollte nicht besser werden, begann allerdings mit einem letzten Aufbäumen der Kicker vom Rankbach.

Meister Landesliga Staffel 1 1998

Meister Landesliga Staffel 1 1998

Das neue Jahrtausend

2000 – aktuell

Das letzte Aufbäumen der SVR war ein erneuter Aufstieg in die Verbandsliga Württemberg. Und das, nach einer Saison in der es zwischenzeitlich gar nicht danach aussah. Trotz Niederlagen in den Spitzenspielen gegen die TSG Backnang und den TSV Crailsheim stand man am Ende der Saison am Platz an der Sonne vor eben genau diesen beiden Mannschaften. Ein bis zum heutigen Tage wahrscheinlich rekordverdächtiger 14:2 Sieg (!) gegen die Spfr. Schwäbisch Hall am vorletzten Spieltag machte den sofortigen Wiederaufstieg in die Verbandsliga nahezu perfekt. Dank des durch diesen Sieg zustande gekommenen Torverhältnisses hätte am 30.Spieltag der Saison 1999/2000 gegen Viktoria Backnang selbst eine knappe Niederlage zum Aufstieg gereicht. Es wurde jedoch ein souveräner 3:0 Sieg und nach 1987 und 1998 war man zum dritten Mal Meister der Landesliga und stieg in die Verbandsliga Württemberg auf. Ein großer Erfolg, angesichts der Tatsache, dass man auf die TSG Backnang zu Beginn des Jahres 2000 noch 6 Punkte Rückstand hatte und es auch hinter den Kulissen damals nicht gerade ruhig zur Sache ging. Neben der Tatsache, dass sich kein neuer Abteilungsleiter bei den Wahlen im Frühjahr 2000 fand, gab es auch zum ersten Mal seit einer Ewigkeit keine A-Jugend und auch finanziell war bereits nicht mehr alles Gold was glänzte. Auch bei diesem dritten Aufstieg aus der Landesliga hieß der SVR Trainer Wolfgang Krenn. Unter ihm gelangen also alle 3 Meisterschaften in der Landesliga Staffel 1.

Meister Landesliga Staffel 1 2000

Unter nicht optimalen Voraussetzungen startete man also abermals in das erneute Abenteuer Verbandsliga. Und es wurde für die SVR eine lange Saison. Mit Ernst Granget fand sich ein neuer (alter) Abteilungsleiter, doch sportlich hatte man einfach keine Chance und auch finanziell fehlten die Mittel. 10 Punkte fehlten am Ende der Saison auf den FV Biberach und den damit verbundenen Klassenerhalt, mit Platz 14 ging das Auf und Ab der vergangenen Jahre damit weiter und wieder ging es sofort nach dem Aufstieg zurück in die Landesliga.

Und dort wurde die Situation für die SVR nicht einfacher, ganz im Gegenteil, es wurde richtig schwer. Die Fußballabteilung drückten Schulden, statt eines großen Etats in der Verbandsliga musste man in der Landesliga nun mit rund einem Viertel auskommen. Keine guten Voraussetzungen um eine schlagkräftige Truppe zustande zu bekommen. Es wurde immerhin ein direkter Durchmarsch in die Bezirksliga verhindert. Die SVR belegte in der Landesliga am Saisonende 2001/2002 einen Platz im Mittelfeld, der angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen mit denen man sich konfrontiert sah, als Erfolg zu werten ist. Doch das Ende der schwierigen Zeiten war noch nicht erreicht. Der langjährige Hauptsponsor Rinol, einst Weltmarktführer für Spezialfußböden, von dessen Gunst bei der SVR viel, oder beinahe alles abhing, stieg bei der SVR aus, noch versprochene und auch noch ausstehende Zahlungen blieben aus und so stand man 2002/2003 vor dem Kollaps. Ein kompletter Neubeginn musste her, die Ausgangslage dafür war aber schwierig, unter dem neuen Abteilungsleiter Kay-Uwe Philipp musste und wurde ein radikaler Sparkurs gefahren, man hatte auch keine andere Wahl mehr und sportlich war man dementsprechend in der Landesliga ohne Chance. Mit ganzen 5 Siegen und 20 geholten Punkten stieg man als Vorletzter in die Bezirksliga ab. Der Fußball bei der SVR war in diesem Sommer 2003 damit an einem Tiefpunkt in den letzten 30 – 40 Jahren angekommen. In den 70er Jahren noch eine Liga unterhalb der zweiten Bundesliga drittklassig gewesen, war man damit nun Siebtklassig, mit Einführung der dritten Liga durch den DFB sogar nur noch Achtklassig. Viele, die die SVR immer in höheren Amateurgefilden sahen, mussten mit der neuen Realität der Bezirksliga nun erstmal klar kommen. Die finanzielle Konsolidierung stand weiter im Vordergrund, so dass auch in der neuen Liga keine großen Sprünge möglich waren.

Zur Saison 2003/2004 kam mit Andreas Walz ein ehemaliger Spieler als Trainer zur SVR und als Ergebnis der nach wie vor anhaltenden finanziellen Misere stand man nach der Vorrunde auch in der Bezirksliga auf einem Abstiegsplatz. Dank einer guten Rückrunde aber konnte der erstmalige Absturz in die Kreisklasse am Ende der Saison jedoch verhindert werden und es wurde ein Platz im gesicherten Mittelfeld der Liga erreicht.

Die Saison 2004/2005 verlief dann in ruhigem Fahrwasser. Mit Viktor Strehle fand sich ein neuer Abteilungsleiter und nach Jahren des Auf und Ab und finanziellen Zwängen konnte man endlich eine Saison ohne größere Sorgen spielen. In der Rückrunde dieser Saison gelang es mit Siegen gegen den späteren Aufsteiger Rutesheim, Heimerdingen und Eltingen sogar alle drei Derbies für sich zu entscheiden. Am Ende der Saison gab es für die, nach den Jahren des Misserfolges kleiner gewordene Fanschar der SVR mit einem 10:2 gegen den VFB Neckarrems sogar einen zweistelligen Sieg zu bejubeln. Die Saison beendete man schlussendlich auf Rang 7.

Die Saison 2005/2006 brachte eine weitere Verbesserung. Nach Platz 12 und Platz 7 wurde es in dieser Saison Platz 4. Unter dem Trainergespann Klaus-Joachim Gerlach und Frank Kopetsch wollte man in den kommenden Jahren den Aufstieg in die Landesliga angreifen.
Die Saison 2006/2007 wurde aber erstmal zu einem herben Rückschlag. Am Ende eines enttäuschenden Jahres stand ein 12. Platz zu Buche und beinahe wäre es in dieser Saison noch zum GAU gekommen, 2 Punkte trennten die SVR am Saisonende von einem Abstiegsplatz, nur dank der Mithilfe der Konkurrenz wurde ein Relegationsplatz gerade noch vermieden.
Doch von da an ging es wieder bergauf. In der Saison 2007/2008 klopfte man erstmals wieder ernsthaft in höheren Gefilden an. Zwar fehlten am Ende 9 Punkte zu Platz 2, der an der Teilnahme zu den Relegationsspielen um den Landesliga-Aufstieg berechtigt hätte, doch die erreichten 51 Punkte waren die beste Ausbeute seit dem Abstieg 2003. Wie in der Saison 2005/2006 wurde es ein 4. Platz unter dem Strich.
Das Jahr 2008/2009 sollte dann sogar zum besten Jahr seit dem Abstieg werden. Mit 21 Siegen in 30 Spielen und 87 Toren wurde man am Ende Zweiter, hatte den besten Sturm und in so manch einer Saison hätten die 67 erreichten Punkte zum Aufstieg gereicht, in diesem Jahr war der FV Ingersheim leider noch besser und so ging es in die Relegation. In Bretzfeld traf man in der ersten Runde auf den Tabellenzweiten der Bezirksliga Hohenlohe, die Spfr. Bühlerzell. Mit 3:2 ging die Partie knapp verloren und so verblieb man ein weiteres Jahr in der Bezirksliga.
Trotzdem gab es Grund zu Feiern bei den Fußballern. Der B-Kader gewann überraschend die Meisterschaft in der Kreisliga B. Trainer Sven Heinkele und seine Mannschaft zeigte dabei einen überragenden Schlussspurt und konnte mit Siegen in den letzten 8 Saisonspielen sowohl die SpVgg Weil der Stadt als auch den TSV Schafhausen überholen. Der spätere Zweite aus Weil der Stadt wurde dabei sogar mit 5:1 vom Platz gefegt. Mit einem 9:0 gegen Gerlingen II machte man den Sack zu und bescherte der Fußball-Abteilung so mal wieder einen Meisterwimpel.

B-Kader Meister 08/09

Für das Jahr 2009/2010 gab man bei der SVR selbstbewusst das Ziel Platz 1 an. Nach einer hervorragenden Vorsaison und mit dem ehemaligen Oberligaspieler und Ex-SVRler Wolfgang Buck im Kader sollte es nach ganz oben gehen. Und die Saison ließ sich dann auch gut an. Man schoss Tore wie am Fließband und stand nach 14. Spieltagen ganz oben in der Tabelle. Ein Einbruch vor und direkt nach der Winterpause kostete die SVR aber den ersehnten Platz 1 und erneut musste man den Gang in die Relegation antreten. Anders als im Vorjahr gelang dort dann in der ersten Runde ein Sieg. In Freiberg/Neckar schlug man den SV Schluchtern mit 3:2. Doch abermals wurde die Bezirksliga Hohenlohe zum Stolperstein. Im Vorjahr noch gegen Bühlerzell, verlor man 2010 gegen den TSV Hessental. Erneut hieß das Ergebnis 2:3. Mit diesem Spiel endete in Renningen auch die Amtszeit von Klaus-Joachim Gerlach als Trainer. Der B-Kader konnte als Aufsteiger in die A-Klasse voll überzeugen und wurde Sechster.

In der Saison 2010/11 nahm man dann abermals Anlauf die Bezirksliga wieder zu verlassen und wieder scheiterte man. Nach einer insgesamt guten Runde war man am 29. Spieltag in der Lage aus eigener KRaft auf Rang 2 zu springen. Beimewig jungen Derby gegen den TSV Eltingen wäre das mit einem Sieg geglückt – und tatsächlich, man konnte die Partie in Eltingen mit 1:0 gewinnen und hatte es am 30. Spieltag in der Hand zum dritten Mal in Folge den Relegationssplatz zu erreichen. Doch eine 2:4 Niederlage gegen den späteren Absteiger 07 Ludwigsburg II bedeutete das Ende dieses Traumes und einmal mehr verbleibt man damit in der Bezirksliga.

In der Saison 2011/12 nahm die SVR dann den vierten Anlauf um endlich die Bezirksliga hinter sich lassen zu können. Doch auch dieser Anlauf wurde nichts. Vergab die SVR in der Vorsaison den Relegationsplatz am letzten Spieltag, so war es in der Saison 11/12 am fünftletzten Spieltag eine Niederlage gegen Kornwestheim. Die Kornwestheimer überholten die SVR und ließen sich Rang 2 bis zum Saisonende nicht mehr nehmen. Die SVR wurde zum zweiten Mal in Folge Dritter, wieder war es nichts mit dem Aufstieg.
Einen Erfolg gab es in Renningen trotzdem zu feiern. Die erst 2 Jahre zuvor wieder eingeführte dritte Mannschaft wurde überlegen Meister in der Kreisstaffel C3. Ein toller Erfolg, doch leider konnte man das Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen und musste das Team wegen Spielermangel sogar abmelden.

C-Kader Meister Kreisstaffel C 2012

In der Saison 2012/2013 gab es dann einen finanziellen Schnitt bei der SVR. Die Zeit der Ausgaben im hohen 5-stelligen Bereich, ja beinahe im 6-stelligen Bereich, die man in den Jahren zuvor tätigte und die in der Bezirksliga sicher zum oberen Drittel gehörten, ging zu Ende. Man wollte weniger auf auswärtige Spieler setzten und mehr einheimische Akteure einbinden. Dies gelang der ersten Mannschaft in der Vorrunde dieses Spieljahres phänomenal. Geradezu sensationell war man im November 2012 Herbstmeister der Liga. Damit hatte keiner gerechnet. Doch leider war der Absturz in der Rückrunde so brutal wie es der Höhenflug überraschend war. Mit einer schwachen Rückrunde hatte man im Rennen um einen Platz im vorderen Drittel der Liga keine Chance. Ganze 8 Punkte konnte die SVR in der Rückrunde holen, 35 waren es noch in der Vorrunde. Am Saisonende stand ein Platz 9, diesen hätte man zu Beginn der Runde sicher genommen. Am Ende blieb der Beigeschmack von nur 2 Siegen und 2 Remis in der zweiten Halbserie. Nicht besser war es bei der zweiten Mannschaft. Nach dem Verlust von über einem Dutzend Stammspieler war jedem klar das es eine schwere Runde für den B-Kader geben würde. Nach dem Aufstieg 2009 in die A-Klasse belegt die SVR II die sehr guten Plätze 6, 6 und 7 in der A-Liga und hatte über die 3 Jahre eigentlich einen festen Stamm. Dieser zerbrach dann komplett. Nach dem man zum Ende der Hinserie noch gerade so über dem Strich stand, blieb es bis zum Ende ein enger Kampf, letztendlich schaffte Mönsheim dank zweier Siege in den letzten beiden Spielen den Klassenerhalt, während die SVR die letzten 4 Ligaspiele verlor und in die Relegation musste. Hier verlor man mit 0:2 gegen Heimerdingen II und muss 4 Jahre nach dem Aufstieg zurück in die B-Klasse.

In der Saison 13/14 gelang nur dank famoser Rückrunde noch der Klassenerhalt, 2014/15 war es dann aber soweit. Nach vielen internen Querelen und dem Verschleiß dreier Trainer und eines Abteilungsleiters war der Abstieg nicht mehr aufzuhalten. Nach insgesamt 12 Spielzeiten in der Bezirksliga folgte im Juni 2015 der Abstieg in die Kreisliga A. In Möglingen verlor die SVR das Relegationsspiel gegen den TSV 1899 Benningen mit 0:5 und startete so in der Saison 2015/16 in der Kreisliga A. Zum Ende der Saison 2015/16 musste man jedoch einen weiteren Abstieg verkraften. Nach einer insgesamt schwachen Saison 15/16 stieg man am Ende als 15. der Kreisliga A2 ab. Damit geht man in der Saison 2016/17 in der Kreisliga B an den Start. Die unterste Klasse die der Bezirk Enz/Murr hat und zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt spielt man in der niedrig möglichsten Klasse des Bezirks dem man angehört.

Von hier an kann es für die SVR nun nur noch bergauf gehen, nachdem die letzten 15 Jahre sicher nicht gerade glücklich gelaufen sind. Abstiege aus Verbands- und Landesliga, finanzieller Kollaps, unglücklich verlorene Relegationsspiele, Querelen innerhalb der Abteilung und weitere Abstiege aus Bezirks- und Kreisliga A. Nein, das neue Jahrtausend war sportlich zur SVR bisher nicht gut. Allerdings ist man seit dem Frühjahr 2016 schuldenfrei, so das man nach vielen Jahren der Schuldentilgung diese Last immerhin mal von den Schultern hat. Nun gilt es sich sportlich ebenfalls zu konsolidieren und dann mal sehen, wenn wir hier an dieser Stelle 2030 wieder einen Rückblick machen, mal sehen was dann bei den Jahren 2016-2030 steht.